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Suchterkrankungen bringen spezifische Anforderungen für pastorales Handeln mit sich. Der Grund liegt darin, dass suchtkranke Menschen nicht ohne weiteres von dem territorialen Angebot der Pfarreien bzw. Pfarrgemeinschaften erreicht werden. Schon allein im Erkennen der Problematik liegt eine besondere Herausforderung. Aus diesem Grund erscheint jetzt eine neue Arbeitshilfe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Titel: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit



(Gal 5,1). Sucht – Eine Herausforderung für die Pastoral“.

Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, schreibt im Vorwort: „Das Ziel der vorliegenden Arbeitshilfe ist vor allem, den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu ermöglichen, eine Suchterkrankung wahrzunehmen und ihre Dynamiken zu verstehen. Außerdem sollen sie über die Angebote der professionellen Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe informiert werden und um die spezifische Funktion der Seelsorge im Umgang mit suchtkranken Menschen wissen. Seelsorge kann keine Suchttherapie ersetzen, aber sie vermag dennoch eine Hilfestellung zu bieten.“

Die Arbeitshilfe gibt außerdem Hinweise zum Umgang von kirchlichen Arbeit- und Dienstgebern mit Suchterkrankungen, da auch der kirchliche Dienst von solchen Phänomenen nicht verschont ist. Im Anhang finden sich relevante Adressen aus dem Bereich der Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe sowie Beispiele für Ordnungen zum Umgang mit suchtkranken Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im kirchlichen Dienst. Die Muster sollen denjenigen (Erz-)Bistümern und kirchlichen Einrichtungen als Anregung dienen, in denen entsprechende Regelungen bislang noch fehlen.

 
Die Sucht-Selbsthilfe im katholischen Bereich wird im Wesentlichen durch den Kreuzbund, einen Fachverband der Caritas, repräsentiert. In rund 1.400 Gruppen treffen sich hier wöchentlich über 20.000 Menschen, um sich selbst oder anderen in Suchtfragen zu helfen. Der Kreuzbund ist Mitglied der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und gliedert sich in rund 1400 Gruppen, 27 Diözesanverbände und den Bundesverband.

 
1968 hat das Bundessozialgericht die Alkoholabhängigkeit erstmals in Deutschland als eine Krankheit im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung anerkannt. Inzwischen sind weitere stoffliche und nichtstoffliche Abhängigkeiten dazugekommen. Die Ursachen und Phänomene der Suchterkrankungen sind komplex. Die Moderne ist gekennzeichnet durch einen signifikanten Zuwachs an Freiheit und Handlungsmöglichkeiten für den Einzelnen. Die Menschen können mehr und mehr aus gesellschaftlichen Zwängen, bindenden Regeln und sozialer Abhängigkeit herauswachsen und ihr Leben selbstverantwortet gestalten. Gleichzeitig werden Gesellschaften immer komplexer, immer unübersichtlicher, und die Anforderungen an den Einzelnen, vielfältige Entscheidungen treffen zu müssen, wachsen scheinbar unaufhörlich.

Freiheit kann Menschen auch überfordern. Handlungsmöglichkeiten erzwingen Handlungsentscheidungen, die nicht immer wohl überlegt und lange durchdacht sein können. Die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft mit ihren Gestaltungsansprüchen bringt ebenso Überforderungen und Isolierungen mit sich. Solche Überforderungen und Zwänge können bisweilen auch in einer Suchterkrankung münden, wenngleich die Ursachen dafür stets vielfältig sind.


Hinweis:

Die Arbeitshilfe „Zur Freiheit hat uns Christus befreit (Gal 5,1). Sucht – Eine Herausforderung für die Pastoral“ kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.