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Aussöhnung zwischen unierten Kirchen und der Selbständigen Ev.-Lutherischen Kirche - Mit einem Aufruf zu einem friedlichen Ringen der Religionen um die Wahrheit ist heute in Bonn die diesjährige Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der der EKD (UEK) zu Ende gegangen. „Der Streit um religiöse, aber auch philosophische und juristische Wahrheiten ist Teil der Menschheits- undKirchengeschichte“, erinnerte der Marburger Theologieprofessor Dieter Korsch in seinem Vortrag zum Schwerpunktthema „Streit um die Wahrheit“. Irrtum, Lüge und Verstellung seien die drei elementaren Bedrohungen von Wahrheit. Die „Bestreitung oder Einschränkung von Wissenschaft“ gehöre zu den größten Gefahren der Wahrheitssuche, führte Korsch aus.

 Vollkonferenz der UEK in Bonn beendet

 

Im Zeichen der Aussöhnung stand die Vollversammlung bereits am Vortag: In einem „Gemeinsamen Wort“ bekräftigten die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) und die UEK ihren Willen zur Verständigung. „Wir sind überzeugt, dass es angemessen und heilsam ist, dem Dreieinigen Gott allein die Ehre zu geben und die Gaben des Evangeliums dankbar zu empfangen und zu bezeugen …“, heißt es in dem von der SELK und der UEK verabschiedeten Wort. Angestoßen worden war die Aussöhnung zwischen unierten und bekenntnisgebundenen altlutherischen Gemeinden durch das Reformationsjubiläum und die 200. Wiederkehr des Aufrufes zur lutherisch-reformierten Union in Preußen 1817. In einem gemeinsamen Beratungsprozess waren die SELK und die UEK zu der Einsicht gelangt, dass eine Aussöhnung an der Zeit ist. Als Gast der Vollkonferenz sagte Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (SELK) in seinem Grußwort, dass es „bewegend und befreiend sei, dass das Leid der bekenntnistreuen Mütter und Väter in der Geschichte gesehen wird“. Das führe dazu, auch eigene „Versäumnisse, unangebrachte Härte und Selbstgenügsamkeit auf Seiten der SELK“ noch klarer wahrzunehmen und anzuerkennen.

 

 

Selbstständige lutherische Gemeinden waren entstanden, als im 19. Jahrhundert in vielen deutschen Territorien Unionen zwischen lutherischen und reformierten Kirchen eingeführt wurden. Einige lutherische Gemeinden schlossen sich diesen Unionen nicht an. Bei der Durchsetzung der Unionsagende in Preußen kam es auch zur Anwendung von staatlicher Gewalt. Um ihren lutherischen Glauben rein zu bewahren, sind viele Familien nach Amerika und Australien ausgewandert.

 

 

Am kommenden Buß- und Bettag (22.11.) werden beide Kirchen gemeinsam in Berlin einen Buß- und Versöhnungsgottesdienst feiern, in dem das Gemeinsame Wort unterzeichnet und veröffentlicht werden soll. Es wird begleitet von einem Brief an die Gemeinden der SELK und der UEK-Kirchen, der das theologisch anspruchsvolle Gemeinsame Wort einfacher erklärt. Das Gemeinsame Wort legt fest, dass die „Bemühungen um Klärung der bestehenden Differenzen wie um befruchtende Zusammenarbeit“ entschlossen fortgesetzt werden sollen.

 

 

 

Für eine weite Sicht auf die Ökumene hatte auch der Vorsitzende der Vollkonferenz der UEK, Kirchenpräsident Christian Schad (Speyer), in seinem Bericht zur Catholica-Arbeit in der EKD und in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) plädiert. Ökumene sei „multilateral und vielfältig“. Schad sprach sich dafür aus, bei einer möglichen „Gemeinsamen Erklärung zu Kirche, Eucharistie und Amt“ von vornherein nicht allein den Lutherischen Weltbund, sondern auch die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen zu beteiligen.

 

 

Erzbischof Dr. Musa Panti Filibius: Reformation muss sich fortsetzen

„Die Reformation muss sich fortsetzen als lebendige Erfahrung des Volkes Gottes“: mit dieser Botschaft wandte sich der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Erzbischof Dr. Musa Panti Filibius, in seiner Morgenandacht an die Mitglieder und Gäste der 12. Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Ausbeutung, Machtmissbrauch und Habgier seien immer noch zentrale Probleme in der Gesellschaft und in der Kirche, denen es mutig entgegenzutreten gelte.

„Wir brauchen Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger, die ihre Aufgabe der Fürsorge ernst nehmen“ und „die eigene Position nicht zugunsten egoistischer Ambitionen missbrauchen“, sagte er: „Wir sind berufen, das Verlorene zu suchen, denen nachzugehen, die Gewalt und Diskriminierung erleben, die Übergriffe aller Art erleiden, deren Sicherheit untergraben wird und die brutal verstümmelt werden. Befreit durch Gottes Gnade sind wir an Christus gebunden als Akteure und Akteurinnen der Befreiung in einer gebrochenen Welt“. Aus der Bindung an Christus folge ein klarer Auftrag – „Menschen mit der Wahrheit Gottes zu nähren“ und „lebendige Vorbilder“ des Glaubens zu sein.

In einem Podiumsgespräch mit dem Präsidenten der Generalsynode, Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Hartmann, hob Musa Panti Filibus den Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit als eines der gegenwärtig zentralen Themen des Lutherischen Weltbundes hervor. Angesichts der politischen Situation in seinem Heimatland Nigeria sagte er, es sei Aufgabe der Kirche und aller Christen, der Gewalt entgegenzutreten: „Wir teilen eine Welt als Mitmenschen, als Mitgeschöpfe. Es ist unsere Aufgabe, in der Welt die Stimme gegen die Gewalt zu erheben.“ Auch wenn die Kirchen vor Herausforderungen stünden, gäbe es dennoch keinen Anlass zu Mutlosigkeit: „Gott hat uns ins seiner Gnade bis hierher geleitet und wird es auch weiter tun. Das Beste steht uns noch bevor.“

Die 4. Tagung der 12. Generalsynode der VELKD endet heute am Samstag, 11. November 2017. An den Beratungen nahmen auch rund 30 ökumenische Gäste aus Europa, Asien, Afrika, den USA und Lateinamerika teil.

 

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist ein Zusammenschluss von sieben Landeskirchen. Ihr gehören an: die Ev.-Lutherische Kirche in Bayern, die Ev.-lutherische Landeskirche in Braunschweig, die Ev.-lutherische Landeskirche Hannovers, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, die Ev.-Lutherische Kirche in Norddeutschland, die Ev.-Lutherische Landeskirche Sachsens und die Ev.-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe. Die VELKD repräsentiert rund 9 Millionen Gemeindeglieder. Leitender Bischof ist Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), stellvertretende Leitende Bischöfin ist Landesbischöfin Ilse Junkermann (Magdeburg). Das Amt der VELKD in Hannover wird von Dr. Horst Gorski geleitet.

 

 

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) Herrenhäuser Straße 12

 

30419 Hannover

 

 

 
 

 

 

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