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(ots) - Es sind die Bilder, die von Tagen wie diesem bleiben. Der Flug LH 2014, ein riesiger Jumbo der Lufthansa, der über der Stadt schwebt wie ein Raumschiff aus einer anderen Galaxie. Der Schleifen fliegt in einem fast wolkenlosen Himmel, und die Menschen in den Büros an die Fenster holt. Jemand hat "Football's coming home" von den Lightning Seeds auf Youtube herausgesucht, die perfekte Hymne für solche seltenen Gelegenheiten

Fußball kommt nach Hause. Und dieses Zuhause ist Berlin. (...) Denn es geht hier nicht nur um irgendeine Fußballfete nach einem Turniersieg. Es geht um ein Freudenfest historischen Ausmaßes. Die Zahlenfolge '54, '74, '90 und '14 zeigt uns, wie selten ein Sieg bei Fußball-Weltmeisterschaften ist. Und es reicht ein flüchtiger Blick in die Stadt, um die Euphorie zu erkennen, die der Triumph von Rio de Janeiro ausgelöst hat. Diese Bilder: Berlin von Tegel bis ins Zentrum ein schwarz-rot-goldenes Meer. (...)Wir lieben es Euch zu hassen, aber im Moment können wir Euch nur lieben", sagte der Brite in eine der Fernsehkameras, die nach dem Schlusspfiff von Rio weltweit Reaktionen einfingen. Und eine brasilianische Stimme ließ sich am Tag darauf vernehmen: "Ihr habt all unsere Sympathien - aber warum seid Ihr am Montag schon wieder zur Arbeit gegangen?" Zwei Stimmen, die zeigen, wie die Welt nach dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft auf Deutschland schaut. Mit Bewunderung für diese Deutschen, die schön und taktisch klug gespielt haben. Die sich wie Kinder über den entscheidenden Sieg gefreut haben und doch so viel Empathie für die geschlagenen Brasilianer und die glücklosen Argentinier aufbrachten. Bei dieser WM war nicht allein die Mannschaft der Star, sondern ihre Haltung. Die Haltung dieser komischen Deutschen, die immer vorn sind und doch nicht überheblich werden. Und Joachim Löw - ganz Kind dieser Republik - ist der personifizierte Ausdruck dieser Haltung, die sich stets mit einem langen Atem paart. Und während wir nur vermeintlich so ausgelassen wie Brasilianer feiern, hat die wachsende Zahl unserer Freunde in der Welt längst erkannt, dass dieser begeisternde sportliche Erfolg nicht zufällig parallel zum wirtschaftlichen Erfolg der Deutschen verläuft. Der deutsche Mittelstand stellt schließlich Hunderte, ja Tausende dieser Champions. Champions, die so zielstrebig, so kreativ, ja auch so anpassungsfähig sind, dass sie nicht nur als Partner in der ganzen Welt gebraucht werden, sondern ebenso geschätzt sind. Deutschland, dieses Land der Stabilität, das fast im Alleingang für Wachstum im Euroraum sorgt, das einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommt und das um den sozialen Ausgleich im Innern ebenso bemüht ist wie um den Ausgleich in der Welt. Wir dürfen uns nicht nur so ausgelassen feiern wie am Dienstag die 23 Fußballhelden und die Hunderttausende in Berlin. Wir dürfen auch stolz darauf sein, dass dieses Deutschland weniger Neid auf sich zieht, als dass es mehr und mehr zu einer Art Sehnsuchtsort geworden ist. Auch wenn offenbar der Selbstzweifel zum Erfolgsrezept der Deutschen dazugehört: Das machen wir uns viel zu selten bewusst. Mannschaftskapitän Philipp Lahm und seine Kameraden sind nicht nur hervorragende Fußballer, sondern auch sympathische Repräsentanten Deutschlands, freundlich und sachlich im Auftreten, aber auch effektiv und erfolgreich. Die Mannschaft ist ein Spiegelbild des Landes, sie steht für eine erfolgreiche Integration von hochbegabten Zuwanderern wie für einen harmonischen Mannschaftsgeist, sie braucht keinen dominierenden Superstar, sondern dominiert durch ihre ausgeglichene Stärke. Kein Größenwahn, sondern Größe im Sieg.quellen:http://www.presseportal.de/pm/104277/2785069/badische_neueste_nachrichten/mailhttp://www.presseportal.de/pm/65597/2785047/allgemeine-zeitung-mainz-sehnsuchtsort-kommentar-zu-fussball-wmhttp://www.presseportal.de/pm/53614/2785003/berliner-morgenpost-willkommen-zu-hause-ein-leitartikel-von-felix-mueller