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Die Entscheidung der Jamaika-Koalition, bereits mit dem Haushalt 2019 eine Meistergründungsprämie in Schleswig-Holstein einzuführen, wird von den Handwerkskammern Schleswig-Holstein und von Handwerk Schleswig-Holstein ausdrücklich begrüßt. Die Meistergründungsprämie in Höhe von bis zu 10.000,- Euro soll zu einer Steigerung von Existenzgründungen durch Handwerksmeister beitragen. Die Meistergründungsprämie soll allen Handwerksmeistern gewährt werden, die erstmalig ein Unternehmen in Schleswig-Holstein neu gründen, ein bestehendes Unternehmen übernehmen oder sich an einem solchen beteiligen. Die Förderung soll in einem zweistufigen Verfahren erfolgen.

Die erste Stufe umfasst eine Basisförderung in Höhe von 7.500,- Euro bei der Gründung, Übernahme oder Beteiligung eines Handwerksbetriebes. Die zweite Stufe umfasst eine ergänzende Förderung in Höhe von 2.500,- Euro nach drei Jahren bei der Schaffung oder dem Erhalt eines Arbeits- oder Ausbildungsplatzes. Für den Erhalt der Prämie ist nicht entscheidend, wann die Meisterprüfung stattgefunden hat.

„Die Meistergründungsprämie ist ein wichtiges Signal von Landtag und Landesregierung an das Handwerk und genau der richtige Ansatz für nachhaltiges Gründer- und Unternehmertum im Handwerk“, kommentiert Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, die Entscheidung der Jamaika-Koalition. „Die Prämie schafft einen entscheidenden Anreiz für Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.“

Bereits vor der Landtagswahl im Jahr 2017 war die Einführung einer Meistergründungsprämie eine der zentralen Forderungen des schleswig-holsteinischen Handwerks an die neue Koalition. Hintergrund ist zum einen die Nachfolgesituation im Handwerk. Allein in 8.000 Unternehmen sind die Betriebsinhaber derzeit 55 Jahre oder älter und müssen in den kommenden Jahren die Betriebsübergabe organisieren. Dabei zeichnet sich deutlich ab, dass es zunehmend schwerer wird, geeignete Nachfolger zu finden. Zum anderen geht die Zahl der Meister, die einen Betrieb gegründet oder übernommen haben, seit Jahren zurück: Waren es 2015 noch 394 Personen in Schleswig-Holstein, sank die Zahl im Jahr 2017 bereits auf rund 350. Dabei zeigen Auswertungen von Daten aus der Handwerksrolle über mehrere Jahre sehr deutlich, dass Gründungen von Personen mit Meisterbrief von höherem Bestand sind als die von Unternehmern ohne Meisterqualifikation. Zudem ist auch die Bereitschaft auszubilden unter Meistern höher.

Handwerk Schleswig-Holstein begrüßt es sehr, dass hier eine Förderlücke geschlossen wird. Präsident Thorsten Freiberg: „Die Meistergründungsprämie ist ein Förderinstrument, das nicht einfach pauschal einen Abschluss belohnt, sondern den Fokus klar auf ein nachhaltiges Unternehmertum legt, damit aus dem Fachkräftemangel nicht auch noch ein Unternehmermangel folgt. Diesen Weg wollen wir gerne mit der Landesregierung gemeinsam gehen.“

Günther Stapelfeldt wünscht sich von der Landesregierung nun einen schnellen Umsetzungsprozess: „Wir hoffen, dass die Umsetzung zügig erfolgt, damit die Prämie möglichst schnell ausgezahlt werden kann.“


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