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Übernahme fest im Blick - Raumausstattermeisterin Lea Fangmann im elterlichen Betrieb in Friesoythe. - Raumausstattermeisterin Lea Fangmann aus Friesoythe bereitet sich auf die Übernahme des elterlichen Betriebes vor. Dafür hat sie jetzt die Aufstiegsfortbildung zum „Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung (HWO)“ erfolgreich abgeschlossen. - „Du bist doch noch so jung, warum machst du dir darüber schon Gedanken?“ Diesen Satz hat die 24-jährige Lea Fangmann oft zu hören bekommen, wenn sie von ihren Vorstellungen berichtet, den Raumausstatterbetrieb ihrer Eltern zu übernehmen. Doch für sie ist es keine Frage des Alters, sondern eine Herzensangelegenheit: „Unser Betrieb in Friesoythe gehört einfach zur Familie. Mein Vater hat ihn 1984 gegründet. ...

Meine Mutter hat ebenfalls Raumausstatterin gelernt und hält das ganze Ladengeschäft zusammen. Schon als kleines Kind habe ich es geliebt, in der Werkstatt bei der Arbeit zuzugucken und selber etwas auszuprobieren.“ Für Lea Fangmann kam kein anderer Beruf in Frage. Ihre Ausbildung absolvierte sie in einem Oldenburger Unternehmen, schloss 2015 erfolgreich ihre Meisterprüfung ab und arbeitet seitdem im Familienbetrieb.

„Durch die Meisterprüfung habe ich schon viel über Betriebsführung gelernt, aber ich hatte das Gefühl, dass es noch nicht reichte“, so Fangmann. Deshalb entschloss sie sich 2018 dazu, die Aufstiegsfortbildung zum „Geprüften Betriebswirt (HWO)“ zu absolvieren.

„Der Abschluss richtet sich vor allem an zukünftige Führungskräfte und ist die höchste Fortbildung im Handwerk. Schwerpunkte sind Unternehmensstrategie, Unternehmensführung und Personalmanagement sowie als vierter Prüfungsteil Innovationsmanagement“, erklärt Antje Krebs, Geschäftsbereichsleiterin des Prüfungswesen in der Handwerkskammer.

Während die ersten drei Teile schriftlich geprüft werden, handelt es sich beim vierten um eine praxisbezogene Projektarbeit. „Ich wollte gerne etwas erarbeiten, das für uns als Betrieb später auch nützlich sein könnte“, erinnert sich Fangmann. Deshalb beschäftigte sie sich mit der Digitalisierung von Geschäftsabläufen. „Es gibt viele Prozesse, die durch die Digitalisierung vereinfacht werden könnten. Zum Beispiel könnten wir eine digitale Kundenkartei einführen, sodass von unterwegs über ein Tablet schon die Kundendaten aufgenommen und eingepflegt werden können.“ Weitere Felder sind neben stärkerem Marketing über soziale Netzwerke auch die Möglichkeiten zur Visualisierung. „Die größte Schwierigkeit ist oft, dass Kunden sich bestimmte Farben oder Muster zum Beispiel an einem Möbelstück im Raum nicht vorstellen können. Da wäre der Einsatz von Virtual-Reality Brillen perfekt.“

Für sie war der Abschluss das Puzzleteil, das ihr noch fehlte, um sich fachlich bereit für die Übernahme des Betriebs zu fühlen. „Zum Glück ist es aber noch ein bisschen hin, bis es wirklich ernst wird. Da habe ich noch Zeit, von der jahrelangen Erfahrung meiner Eltern zu lernen und langsam in die Verantwortung hineinzuwachsen“, lacht Fangmann.

Infos zum Betrieb: raumausstatter-fangmann.de

 

Weitere Informationen:

Geprüfter Betriebswirt (HWO)

Der Betriebswirt ist der höchste Abschluss im Handwerk, der sich vor allem an (zukünftige) Führungskräfte richtet. Inhalte sind Unternehmensstrategie, Unternehmensführung und Personalmanagement. Zulassungsberechtigt zur Prüfung, die von der Handwerkskammer abgenommen wird, sind u.a. Handwerksmeister oder Absolventen einer Diplom- oder Technikerprüfung. Vorbereitungskurse werden beim BFE in Oldenburg sowie bei der Kreishandwerkerschaft Vechta angeboten. Der gesamte Lehrgang ist mit Aufstiegs-BAföG förderungsfähig.

Foto: Handwerkskammer Oldenburg

Handwerkskammer Oldenburg
Theaterwall 32 • 26122 Oldenburg

 

 

 
 

 

 

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