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„Man kann arbeiten, wenn die Bedingungen stimmen und die Würde der Person respektiert wird.“ - Am Fest des heiligen Josefs des Arbeiters und am Tag der Arbeit hat Papst Franziskus mit Nachdruck betont, dass jeder Mensch ein Anrecht auf Arbeit und faire Behandlung habe. Jedes Unrecht, das einem arbeitenden Menschen angetan werde, bedeute, die Menschenwürde mit Füßen zu treten, auch die Würde derer, die Unrecht tun. In seiner Gebetsintention zu Beginn der Messfeier an diesem Freitag in der Casa Santa Marta sagte der Papst, wenn man das Niveau beim Umgang mit Arbeitern senke, dann lande man in einer Spannung wie „zwischen Herrscher und Sklave“. Und dies sei nicht gut für das Zusammenleben der Menschen. Papst Franziskus widmete die Heilige Messe allen Arbeitern, „damit es niemandem an Arbeit mangelt, damit alle gerecht entlohnt werden, damit sie die Würde der Arbeit und die Schönheit der Ruhe genießen können“.


Bei der Messe in Santa Marta wurde eine Statue des Heiligen Josef des Handwerkers aufgestellt, die die Christlichen Vereinigungen italienischer Arbeiter (ACLI) dem Papst für den Gottesdienst an diesem 1. Mai zuvor gebracht hatten. Es ist dieselbe Statue, die die Vertreter von ACLI am 1. Mai 1956 anlässlich der von Pius XII. gefeierten Messe auf den Petersplatz brachte. Dieselbe Statue war auch zur Audienz bei Papst Franziskus am 23. Mai 2015 dabei.

Die Lesungen des Tages sind die des kirchlichen Festes des heiligen Josef, dessen 150. Jahrestag seiner Proklamation zum Schutzpatron der Kirche in diesem Jahr gefeiert wird. Papst Franziskus begann bei seinen Überlegungen mit der Ersten Lesung, d.h. mit dem Abschnitt aus der Genesis (Gen 1, 26 - 2, 3), und sprach über die Schöpfung: „Das Wort Arbeit ist das, was die Bibel benutzt, um das Wirken Gottes zu beschreiben. Gott vollendete das Werk, das er geschaffen hatte, und am siebten Tag beendete er all seine Arbeit und übergab diese Tätigkeit dem Menschen, der daran arbeiten muss, mit Gott diese Welt weiter zu 'erschaffen'.“

Der Mensch ist ein Schöpfer - Aus diesem Grund, so Papst Franziskus weiter, „ist der Mensch ein Schöpfer“, und deshalb hat die Arbeit „in sich selbst eine Güte, schafft die Harmonie der Dinge und bezieht den Menschen in seiner Gesamtheit mit ein, in sein Denken, in sein Fühlen, in sein Handeln“. Papst Franziskus betonte, dass die Arbeit die „Berufung des Menschen“ ist, und dies gebe dem Menschen „Würde“ und mache ihn Gott ähnlich.

Aber die Würde der Arbeit werde heutzutage „so sehr mit Füßen getreten“, sagte Papst Franziskus. Er erinnerte an die Sklavenschiffe, die seinerzeit nach Amerika fuhren, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass es auch heute noch Sklaverei gibt: „Männer und Frauen, die zur Arbeit gezwungen sind, um zu überleben. Zwangsarbeit! Unfair, schlecht bezahlt und das führt dazu, dass der Mensch in seiner Würde mit Füßen getreten wird“. Die Nicht-Würde von heute - Dies seien keine Ereignisse, die sich in der Ferne abspielten, erläuterte Papst Franziskus, denn selbst in unserer Nähe gebe es schlecht bezahlte Arbeitsplätze, ohne Sicherheit, ohne Rente. Dies sei „die Nicht-Würde von heute“, und aus diesem Grund „tritt jede Ungerechtigkeit, die einem Menschen, der arbeitet, angetan wird, die Menschenwürde mit Füßen“. 

Papst Franziskus wies auf die Schönheit der Berufung des Menschen zur Arbeit hin: „Schaffen, erzeugen, arbeiten. Man kann arbeiten, wenn die Bedingungen stimmen und die Würde der Person respektiert wird.“

Am Tag der Arbeit, der von „Gläubigen und Nicht-Gläubigen“ gefeiert werde, lud der Papst daher ein, sich jenen anzuschließen, „die für Gerechtigkeit in der Arbeit und gute Unternehmer kämpfen, die ihre Arbeit mit Gerechtigkeit verrichten, auch wenn sie Geld verlieren“. Und er betete, dass der heilige Josef „uns hilft, für die Würde der Arbeit zu kämpfen“.

(vatican news)