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Papst Franziskus hat bei der Morgenmesse an diesem Samstag für die Regierenden gebetet. Zu Beginn der Messfeier sagte er in der Casa Santa Marta, dass sie auch bei Meinungsverschiedenheiten untereinander, immer „zum Wohl des Volkes“ geeint sein müssten. In seiner Predigt ging der Papst auf die Bedeutung der Beständigkeit in Krisenzeiten ein.
Es ist eine schwierige Zeit für Politiker, die Verantwortung tragen und weitreichende Entscheidungen treffen müssten. Ihnen widmete der Papst am kirchlichen Gedenktag des heiligen Athanasius die Gebetsintentionen bei der Frühmesse:„Beten wir für die Regierenden, die in der Verantwortung stehen, sich in diesen Krisenzeiten um ihr Volk zu kümmern. Die Staatsoberhäupter, die Regierungspräsidenten, Gesetzgeber, Bürgermeister, Vorsitzenden, die den Regionen vorstehen, damit der Herr ihnen hilft und ihnen Kraft gibt, denn ihre Arbeit ist nicht leicht. Und wenn es Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen gibt, so mögen sie verstehen, dass sie in Krisenzeiten zum Wohl des Volkes geeint sein müssen, denn Einigkeit steht über dem Konflikt.“

An diesem Samstag hatten sich 300 Männer-Gebetsgruppen aus 16 Ländern, darunter Deutschland, virtuell der Feier der Frühmessen angeschlossen. Der Papst erwähnte sie eigens. Die „Madrugadores“, auf Spanisch: Frühaufsteher, folgen dem Aufruf von Franziskus und beten im Mai besonders den Rosenkranz. Die Gebetsinitiative geht auf die Schönstatt-Bewegung zurück und möchte gezielt Männern Eingang oder Rückkehr zur Kirche bieten. Papst Franziskus hatte den Madrugadores in einem handschriftlichen Brief Ende April für ihren Einsatz gedankt und sie gebeten, „mit den drei M fortzufahren: Messe - Mahlzeit - Mission in der Welt". 


Die Krisen der Frühkirche

In seiner Predigt kommentierte der Papst die Tageslesungen zum Leben der ersten christlichen Gemeinschaft und dem Bekenntnis Petri. „Damals lebte die Kirche in Frieden und festigte sich und wuchs dank des Heiligen Geistes, aber es gab auch Momente der Krisen mit Verfolgungen und Schwierigkeiten, die die Gläubigen in eine Glaubenskrise stürzten“. Vor der Verkündigung Jesu, er sei der Auferstandene und wer sein Brot esse, der werde ewig leben, gab es dann diejenigen, die dies in Zweifel zogen und Jesu Worte übertrieben fanden. Es gab damals zwei Gruppen von Gläubigen, erinnerte der Papst: die Zwölf waren die Aposteln, während alle anderen Nachfolger die Jünger genannt wurden. Nun habe Jesus gewusst, dass die Jünger murrten, nicht aber die Apostel.

 „Jesus wusste, wer glaubte und wer nicht glaubte.“

„Jesus wusste, wer glaubte und wer nicht glaubte. Er erinnert daran, dass es der Vater ist, der uns zu Jesus zieht. Manche Menschen distanzieren sich, weil sie Dinge empfinden, die ihnen fremd sind. Wie die Jünger von Emmaus, die geflohen sind und den Worten der Frauen nicht glaubten, die von der Auferstehung Jesu sprachen, oder die Soldaten am Grab, die die Wahrheit gesehen hatten, es aber vorzogen zu sagen: bleiben wir im sicheren Bereich, mischen wir uns nicht in solche Geschichten ein, die sind gefährlich.“

Der Moment der Krise sei ein Moment der Entscheidung, sagte Franziskus. Wir alle hätten mit Krisen zu tun, sei es in der Familie, bei der Arbeit, oder nun eben mit der Pandemie. „Das ist ein Moment der sozialen Krise“, so der Papst. „Die Frage ist: Wie sollen wir darauf reagieren? Viele der Jünger kamen zurück. Aber Jesus wandte sich vor allem den Zwölf zu und bat um eine Entscheidung, und Petrus legte sein zweites Bekenntnis ab: ,Herr, zu dem wir gekommen sind, du bist Gottes Heiliger. Petrus bekennt den Herrn im Namen der Zwölf. Das hilft uns, Krisenmomente zu überstehen.“


Mitten im Fluss soll man nicht das Pferd wechseln

Der Papst zitierte ein argentinisches Sprichwort, das besagt: Wenn du durch einen Fluss reitest, wechsle nicht mittendrin das Pferd. In schwierigen Momenten sei es gut, fest in seiner Glaubensüberzeugung zu stehen. „Die anderen hier sind weggegangen, haben das Pferd gewechselt, sich einen anderen Meister gesucht, der weniger hart war. In der Krise soll es Beharrlichkeit geben und Festigkeit; wir bleiben, wo wir sind, fest. Es ist nicht der Augenblick für Veränderungen. Es ist der Augenblick der Treue,  der Treue zu Gott, der Treue zu dem, was wir vorher gelernt haben", so Franziskus.

 „In Momenten des Friedens und in Krisenzeiten müssen wir Christen lernen, mit beidem umzugehen“

Die Krisenzeit sei zugleich aber auch ein Moment der Umkehr, der Veränderung zum Guten. „In Momenten des Friedens und in Krisenzeiten müssen wir Christen lernen, mit beidem umzugehen“, erläuterte der Papst. Die Krise sei, als ob man durch Feuer gehe und stark werde. „Möge der Herr“ - so betet der Papst zum Abschluss seiner Predigt - „uns den Heiligen Geist senden, damit wir den Versuchungen in Krisenzeiten widerstehen können und in der Hoffnung, Momente des Friedens zu erleben, Gott treu bleiben.“

Er bat auch darum, in persönlichen, familiären und sozialen Krisen immer mit Bedacht vorzugehen: „Möge der Herr uns in Krisenzeiten die Kraft geben, den Glauben nicht zu verkaufen“, sagte Papst Franziskus.

(vatican news)