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17.02.2021 - Anlässlich des Wirtschaftsgipfels von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): „Dialog ist in diesen Zeiten wichtig, doch existentiell und deshalb noch wichtiger sind für unsere Betriebe die konkreten Hilfen und Schritte der Politik zur Pandemiebewältigung und Nach-Corona-Wirtschaftsentwicklung. Erwartungsgemäß hat der Wirtschaftsgipfel nicht die Öffnungsperspektive gebracht, auf die unsere Betriebe so sehnlichst warten. Immerhin hat dieses Treffen jedoch ins Zentrum gerückt, dass Pandemiebewältigung nicht allein aus Infektionsschutz und Viruseindämmung bestehen kann, sondern dass dazu zwingend und mit hoher Priorität auch der Betriebe- und Wirtschaftsschutz gehören muss. Um aktuell zahlreiche Insolvenzen durch Überschuldung oder Illiquidität abzuwenden und so viele Arbeits- und Ausbildungsplätze zu retten, muss die Ausweitung des Verlustrücktrages auf zwei, besser drei Jahre jetzt kommen. Die Blockade des Bundesfinanzministeriums an dieser Stelle ist unverständlich und nicht weiter hinnehmbar.

Nach einem Jahr Pandemie ist es nicht nachzuvollziehen, dass Lockdown-Konzepte nicht auch von vornherein mit Lock-Off-Konzepten zusammen gedacht und konzipiert werden. Unseren Betrieben muss endlich Planungssicherheit durch einen transparenten, nachvollziehbaren und an klaren Kriterien orientierten Öffnungsplan gegeben werden. Denn unsere Betriebe und ihre Beschäftigten werden nicht zuletzt für die Nach-Corona-Zeit dringend gebraucht: Sie sind es schließlich, die die Steuern und Abgaben erwirtschaften, die der Staat brauchen wird, um den Weg aus der Corona-Pandemie zu finanzieren.

Der Gipfel sendet gleichwohl wichtige Botschaften an die politisch Verantwortlichen: Der Auftrag an Bundeswirtschaftsminister Altmaier lautet, sicherzustellen, dass die Kanzleramtsarbeitsgruppe zur Erarbeitung eines transparenten und regelbasierten Öffnungsplanes nicht einseitig den Infektionsschutz in den Blick nimmt, sondern – natürlich in epidemiologisch vertretbarer Weise – zwingend auch den Betriebe- und Wirtschaftsschutz. An Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsminister geht der eindringliche Appell, das Gezerre um Zuständigkeiten und Verantwortungen einzustellen und zum Wohl der Betriebe und Unternehmen an einem Strang zu ziehen. Es muss aufhören, dass Hilfen viel zu spät bei unseren Betrieben ankommen, weil sie im Disput um Zuständigkeiten und im daraus resultierenden Bürokratiegestrüpp hängen bleiben. Schwarze Peter-Spielchen sind angesichts des tausendfachen Existenzkampfes von Betrieben und Unternehmen völlig unangemessen, besser sollten die Trümpfe gemeinsam so ausgespielt werden, dass Betriebe und Wirtschaft gleichermaßen ihren Stich machen. Und an die Bund-Länder-Vertreter der Ministerpräsidentenkonferenz richtet sich die klare Erwartung, zu liefern und spätestens zum 3. März eine Öffnungsstrategie vorzulegen.“  


Zentralverband des Deutschen Handwerks
Mohrenstr. 20/21
10117 Berlin

 

Licht und Schatten – Handwerkskammer-Präsident Klaus Hofmann zur Verlängerung des Lockdown

 

Nach der Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März 2021 erklärt der Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald: „Viele selbständige Handwerkerinnen und Handwerker, gerade aus dem Gesundheitsbereich, haben sich besorgt geäußert über die fehlende Perspektive. Die nun vorgesehene Öffnung von Friseurbetrieben am 1. März ist immerhin ein Licht am Ende des Tunnels, nimmt dies unseren 1.261 Friseurbetrieben und ihren Beschäftigten ein Stück Existenzangst und hilft, einen drohenden Arbeitsplatzverlust abzuwenden. Dennoch bleibt es bei anderen Betrieben, etwa bei den 1.020 Kosmetikbetrieben im Kammerbezirk zunächst noch bei den Schließungen. Beide Gewerke hatten und haben gute Hygienekonzepte, die eine Öffnung erlauben würden“.  Hofmann weiter: „Gleiches gilt für indirekt betroffene Nahrungsmittelhandwerke, die erhebliche Einnahmeverluste verzeichnen.“

 

„Ich halte es für eine interessante Anregung, über ausreichende Testungen in den sensiblen Bereichen zu sprechen“, so Hofmann, „denn wenn dies in anderen Bereichen geht, warum sollte es dann nicht auch bei den betroffenen Betrieben gehen?“.

 

Wichtig ist jetzt aber auch: „Die drohenden Betriebsschließungen ließen sich nur dann vermeiden, wenn die bereits seit langem angekündigten Hilfen auch bei allen Betrieben ankommen. Wir bauen hier“, so Hofmann, „auf den nun angekündigten schnellen Beginn von Abschlagszahlungen der Überbrückungshilfe III, die jetzt unbedingt kommen müssen, da sie dringend benötigt werden“.  Um drohende Überschuldung und fehlende Liquidität abzuwenden und um möglichst viele Arbeits- und Ausbildungsplätze zu sichern, ist Hofmann der Ansicht, „dass die Verlustverrechnung auf zwei, besser drei Jahre ausgeweitet werden sollte. Das Wichtigste ist jetzt die Liquidität, denn unsere Betriebe sind ja unverschuldet, wie andere Branchen auch, in diese Krise geraten“.

 

Hofmann macht deutlich: „Das Handwerk der Region wünscht sich, wie wir alle, möglichst eine rasche Rückkehr zu einem weniger eingeschränkten Alltag. Wenn es jetzt gelingt, mutig mit Öffnungsstrategien voranzuschreiten, wird die Unsicherheit und Perspektivlosigkeit, die viele empfinden, rasch einer Mentalität des Anpackens weichen“.

 

Und er mahnt: „Wir brauchen auch für unsere handwerkliche Bildungsstätte, so schnell wie möglich eine Perspektive, um die Auszubildenden und Fachhandwerker auf Ihre Prüfungen jetzt und in Zukunft, richtig vorbereiten zu können. Eine Generation ‚Corona‘ darf es nicht geben. Ich richte daher die dringende Bitte an die politisch Verantwortlichen: Bei weiter sinkender Inzidenz sollte das gesamte außerbetriebliche Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot in Präsenz bei reduziertem Regelbetrieb zulässig sein – wir haben eine Verantwortung für die jungen Menschen!“.

 

Handwerkskammer Mannheim

 

Rhein-Neckar-Odenwald

 

B1, 1-2

 

68159 Mannheim