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Bei der XII. Internationalen Ministrantenwallfahrt sind in dieser Woche (30. Juli bis 3. August 2018) mehr als 60.000 Ministranten aus 19 Ländern in Rom zusammengekommen. Die jungen Pilgerinnen und Pilger haben die Stadt und den Vatikan mit ihrer Begeisterung und ihrem Engagement für den Glauben im Sturm erobert. Neben besonderen Höhepunkten wie der Sonderaudienz mit Papst Franziskus am Dienstagabend (31. Juli 2018), zu der 90.000 junge Menschen kamen, prägten Katechesen und Gottesdienste die Wallfahrt. Aber auch persönliche Begegnungen mit „Ministranten-Kollegen“ aus anderen Ländern kamen nicht zu kurz. So konnten sich Ministranten aus unterschiedlichen Diözesen und Ländern beim Blind Date am Mittwochabend (1. August 2018) kennenlernen. Die Wallfahrt steht in diesem Jahr unter dem Motto „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Ps 34,15b).

 

In der heutigen (2. August 2018) Abschluss-Pressekonferenz hat der Präsident des Internationalen Ministrantenbundes CIM, Bischof Dr. Ladislav Nemet SVD (Zrenjanin/Serbien), eine positive Bilanz gezogen: „90.000 junge Menschen haben auf dem Petersplatz gemeinsam für den Frieden gebetet – das ist ein eindrucksvolles Zeugnis für den Glauben und die Gemeinschaft der Weltkirche. Auch wenn einige leider nicht auf den Petersplatz gekommen sind. Papst Franziskus war zu 100 Prozent da. Er war überaus aufmerksam und bemüht mit Jugendlichen, die ihm die Geschenke gebracht haben, ins Gespräch zu kommen. Er hat die Ministranten in ihrem Dienst für die Kirche gestärkt und ermutigt. Wenn die jungen Pilger die Begeisterung, die auf dem Petersplatz unüberhörbar war, weitertragen und gestärkt nach Hause fahren, dann haben wir unser Ziel erreicht.“ Dass sich 60.000 junge Ministranten auf den Weg in die Ewige Stadt gemacht haben, sei ein beeindruckendes Zeichen. „Wir haben gespürt: Der Glaube ist lebendig“, so Bischof Nemet.

 

Der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan SDB (Passau), betonte: „Diese Woche in Rom war und ist eine große Freude. So viele tausend Jugendliche aus 19 Ländern feiern trotz großer Strapazen voller Enthusiasmus ihren Glauben und ihre Gemeinschaft – und sie feiern mit dem Papst. Das ermutigt. Es zeigt uns auch: Die Kirche ist jung, sie hat Zukunft. Aber freilich gilt: Wir wollen den Jugendlichen nicht nur schöne Events anbieten, wir wollen ihnen auch helfen, im Kleinen des Alltäglichen ihren Glauben weiterzupflegen. Dazu brauchen wir auch in Zukunft vor allem Menschen, die bereit sind, echte Weggemeinschaft und Freundschaft mit jungen Menschen zu leben, von ihnen zu lernen. Das hängt natürlich vor allem von einzelnen Menschen ab, die bereit sind, sich einzusetzen für sie. Und wenn es dann gelingt, starke Gemeinschaftserfahrung entstehen zu lassen und eine spürbare Atmosphäre geistlichen Lebens, in die hinein zugleich das Evangelium authentisch verkündet wird – mit allen Herausforderungen und ohne es weichzuspülen, dann gibt es meistens auch Wachstum, nach innen und außen. Dann können Jugendliche in echte gläubige Identität hineinwachsen und auch darin bleiben. Ich erhoffe mir dazu auch einiges von der kommenden Jugendsynode: Antworten auf die drängenden Fragen, wie das heute gelingt, dass Jugendliche auch im guten Sinne bleiben und in der Kirche und mit ihr reifen können.“

 

Dr. Klára Csiszár, Vizepräsidentin von CIM, hob die verschiedenen Angebote der Länder hervor: „Die Gottesdienste, Katechesen, die Beicht- und Gesprächsangebote haben die Ministranten geprägt. Die Ministranten waren voller Stolz für ihren Dienst.“ Die Ausprägungen des Ministrantendienstes seien deutlich geworden: „Das Österreichfest war wie ein Festival mit Spielen, Interviews und Interaktionen. Ganz anders war es in den ungarischsprachigen Gruppen (Ungarn, Slowakei, Serbien, Rumänien, Ukraine): Der Gottesdienst war traditionell gestaltet. Wobei man wissen muss, dass in diesen Ländern, die Ministrantenpastoral zur Berufungspastoral gehört und nicht zur Jugendpastoral.“ Das Echo der verschiedenen Nationen zu der Audienz mit Papst Franziskus war eindeutig positiv, so Dr. Csiszár. „Viele Nationen waren in die Liturgie eingebunden. Es gab viele Elemente in verschiedenen Sprachen. Trotz aller Verschiedenheit ist die Einheit der Kirche sichtbar geworden. Diese Erfahrung ist die Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben.“

 

Alexander Bothe von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und zuständig für den CIM international wie bundesweit für die Ministrantenwallfahrt nach Rom, weist auf die Verantwortung der Kirche für die Jugend hin: „Drei Jugendliche aus der ganzen Welt haben dem Heiligen Vater die Pilgerzeichen überreicht, durch die er in dieser Woche mit den Ministranten verbunden ist. Die Push-Nachricht, die der Papst am Ende auf die Smartphones gesendet hat, sendet sie aus in ihren Dienst für den Frieden, der Jesus Christus selbst ist. Auch darin ist sichtbar geworden, dass die Kirche jung, bunt und mitten in der Welt unterwegs ist. Unsere Aufgabe als Kirche ist es, sie für diese Erfahrung in ihrer Lebenswirklichkeit zu begleiten, ihnen in Kirche und Gesellschaft Stimme und Raum zu geben. Pastorale und liturgische Begleitung müssen dafür von einer Vision, einer Idee durchzogen sein, was Kirche und Glauben eigentlich sind.“

Hintergrund

Die Teilnehmenden der XII. Internationalen Ministrantenwallfahrt kommen aus 19 Ländern: Antigua und Barbuda, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Portugal, Rumänien, Russland, Schweiz, Serbien, Slowakei, St. Kitts und Nevis, Tschechien, Ukraine, Ungarn, USA. Die rund 50.000 Ministranten aus Deutschland werden begleitet vom Vorsitzenden der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), sowie zahlreichen Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz. Die internationale Wallfahrt der Ministranten steht in diesem Jahr unter dem Motto „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Ps 34,15b).

foto: © Deutsche Bischofskonferenz / Jörn Neumann

 

Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Diözesen in Deutschland. Derzeit gehören ihr 66 Mitglieder (Stand: August 2018) aus den 27 deutschen Diözesen an. Sie wurde eingerichtet zur Förderung gemeinsamer pastoraler Aufgaben, zu gegenseitiger Beratung, zur Koordinierung der kirchlichen Arbeit, zum gemeinsamen Erlass von Entscheidungen sowie zur Kontaktpflege zu anderen Bischofskonferenzen. Oberstes Gremium der Deutschen Bischofskonferenz ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammentrifft.

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