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30.12.2022 - Zwei Jahre nachdem das Vereinigte Königreich den EU-Binnenmarkt und die Zollunion verlassen hat, sieht die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. weiterhin Probleme im Handel. So fiel das Vereinigte Königreich im Ranking der wichtigsten Exportmärkte Bayerns vom zweiten Platz im Jahr 2015 auf den voraussichtlich sechsten Platz im Jahr 2022 zurück. „Die mit dem Brexit neu hinzugekommenen Handelshemmnisse bremsen den Außenhandel nach wie vor. Mit dem 2020 geschlossenen Handels- und Kooperationsabkommen konnten zwar einige Folgen verhindert werden, beispielswiese sieht das Abkommen keine Zölle und Kontingente auf Ursprungserzeugnisse vor. Aber von einem störungsfreien Handel kann immer noch keine Rede sein. Zudem sind Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals weiter verunsichert“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Brossardt: „Ergänzende bilaterale Abkommen notwendig“

Beim Warenhandel sind mit dem Brexit neue nichttarifäre Handelshemmnisse entstanden. Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen macht der aufwändige Nachweis der Erfüllung der Ursprungsregeln zu schaffen. Der Dienstleistungshandel ist durch Sondervorschriften erschwert worden. Er ist zwar in den verschiedenen Bereichen weiterhin möglich geblieben, es fehlen jedoch bis heute einfache einheitliche Regelungen. Zudem ist die Mobilität zwischen den beiden Wirtschaftsräumen für Arbeitssuchende komplizierter geworden. „Für die Beschäftigten selbst und auch für deutsche Unternehmen, die britische Staatsangehörige einstellen oder Mitarbeitende aus Deutschland ins Vereinigte Königreich entsenden wollen, hat der bürokratische Aufwand erheblich zugenommen. Die fehlende automatische Anerkennung von Qualifikationen kommt erschwerend hinzu“, gibt Brossardt zu bedenken.

Aus Sicht der vbw sind ergänzende bilaterale Vereinbarungen notwendig. „Im Warenhandel brauchen wir dringend Regelungen zur automatischen gegenseitigen Anerkennung von Produktvorschriften. Beim Dienstleistungshandel gilt es, den Flickenteppich durch Regelungen aus einem Guss zu ersetzen. Und wir müssen die Hürden bei der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen vereinfachen“, so Brossardt.

Insgesamt war das Vereinigte Königreich in den Monaten Januar bis Oktober 2022 mit einem Handelsvolumen von rund 13,6 Milliarden Euro nur noch der neuntwichtigste Handelspartner Bayerns, nach Platz fünf im Jahr 2015. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die bayerischen Exporte ins Vereinigte Königreich bis Oktober zwar wertmäßig um 18,3 Prozent und die Importe um 27,1 Prozent. „Der Handel bleibt in Summe aber deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück, zumal die Anstiege in diesem Jahr in erster Linie auf gestiegene Preise zurückgehen und nicht auf einen regeren Warenaustausch“, so Brossardt abschließend.

vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Max-Joseph-Str. 5
80333 München