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Goldschmiedin Nina Lindena drückt ihre Liebe zu Land und Leuten künstlerisch aus. Konzentriert arbeitet die Schmuckkünstlerin an ihrer Werkbank. - Ein kleines Geschäft in Larrelt in Emden. Von außen unscheinbar, dafür von innen bunt und lebendig. Das ist die Gold- und Silberschmiede von Nina Lindena. Die 38-Jährige hat sich in einem seltenen Handwerk vor zwei Jahren selbstständig gemacht. In ganz Ostfriesland gibt es 30 Gold- und Silberschmieden. Die Liebe zu ihrem Handwerk bekam Nina Lindena in die Wiege gelegt. Bereits ihr Vater Uwe Antonczyk war Goldschmied.

Der Weg zu ihrem Beruf war aber dennoch kein gradliniger. „Ich habe mich nach der Schule erst für eine Ausbildung als Arzthelferin entschieden. Später ist mir dann klar geworden, dass ich nur in der Goldschmiede richtig bin“, erzählt Nina Lindena. Nach erfolgreich abgeschlossener Zweitausbildung als Gold- und Silberschmiedin arbeitete sie zehn Jahre im väterlichen Betrieb in Hinte. Die anschließende Selbstverwirklichung in ihrem eigenen Atelier „Schmiedewerk“ sei ihr wichtig gewesen. Ihr Laden ist Verkaufsraum und Begegnungsstätte gleichermaßen. „Ich mag es, wenn meine Kunden untereinander ins Gespräch kommen. Das zeigt mir, dass sie sich wohl fühlen und es inspiriert mich“, sagt die Handwerkerin und Mutter. Sie mache regionalen Schmuck für die Menschen. Besonders stolz ist sie auf ihre Ostfriesland-Ringe, auf denen unter anderem Windmühlen, Boote oder Leuchttürme zu sehen sind. Die Motive spiegeln ein Stück Heimatgefühl für die Gold- und Silberschmiedin wider. Als Vorlage für die aus Metall gegossenen Schmuckstücke dient ein von der Künstlerin gefertigtes Wachsmodell.

Nicht nur Ostfriesland, auch ihre Kunden liegen der Handwerkerin am Herzen. „Egal, ob Kette, Brosche oder Ohrring: An allem hängen Erinnerungen. Wenn die Menschen mir die Geschichten dazu erzählen, höre ich gerne zu.“ Manchmal kämen auch Kunden mit Schmuckstücken, deren Reparaturkosten den Wert um ein Vielfaches überstiegen. Die schönen Erinnerungen sei ihnen das Geld aber meist wert, berichtet die Künstlerin. Der Großteil der Arbeit im Atelier entfällt auf Reparaturen. „Nur etwa 30 Prozent meiner Aufträge sind Neuanfertigungen“, erklärt Nina Lindena. Das führe sie zum Teil auch auf die Konkurrenz aus dem Internet-Handel zurück. „Es kommt oft vor, dass Kunden beispielsweise eine Uhr online kaufen und sie dann bei uns ändern lassen. Wären sie gleich zu einem Handwerksbetrieb gegangen, hätten sie sich den Ärger sparen können“, verdeutlicht die Gold- und Silberschmiedin den Wert ihres Handwerks.

Boote, Windmühlen und Leuchttürme: Mit Merkmalen der ostfriesischen Landschaft hat die Gold- und Silberschmiedin ein Stück Heimatgefühl in ihren Ringen eingefangen.

Fotos: HWK/T. Freesemann

Handwerkskammer für Ostfriesland
Straße des Handwerks 2
26603 Aurich