News Termine Ausschreibungen Marktplatz Kaffeepause Recht

Handwerk und IHK Gewerbe News. Über 100 Tsd. Betriebe präsentieren sich hier.

 

 
 

Kirche

Besinnung und Gebet - Innere Ruhe und Einkehr - Spiritualität und Glaube im Leben und Beruf. Lesen Sie hier Berichte und Nachrichten rund um den Themenkreis Handwerk und Kirche.

Kardinal Woelki: „Humanität muss Vorrang haben, denn Zuflucht ist ein Menschenrecht“

Kardinal Woelki leistete Treueeid auf VerfassungDer künftige Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, hat nach den staatskirchenrechtlichen Regelungen vor Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der Chefin der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Staatssekretärin Jacqueline Kraege, in der Staatskanzlei in Düsseldorf seinen Treueeid gegenüber dem Staat geleistet. Er wurde damit als neuer Bischof auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung vereidigt. Am 20. September 2014 wird Kardinal Woelki dann in Köln kirchlich in sein neues Amt eingeführt. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte: „Der Treueeid bekräftigt das gute Miteinander von Kirche und Staat, wie wir es heute haben“, und betonte: „Der Staat könnte die Aufgaben und Herausforderungen, vor denen wir heute stehen – in der Bildung, in der Wohlfahrt, der Kultur, um nur einige der wichtigsten Bereiche zu nennen – gar nicht alleine meistern. Er ist angewiesen auf die Mitwirkung der Kirchen, der anderen Religionsgemeinschaften und der zivilgesellschaftlichen Gruppen.” In seiner Ansprache bat Woelki die Politiker, sich insbesondere für syrische Flüchtlinge einzusetzen, damit sie schnell und unbürokratisch zu ihren Familien nach Deutschland gelangen können. „Humanität muss Vorrang haben, denn Zuflucht ist ein Menschenrecht“, so der Kardinal. Zwischen Staat und Kirche gebe es „trotz unserer sehr unterschiedlichen Legitimation eine gemeinsame Verantwortung für die uns anvertrauten Menschen“. Das Verhältnis der Kirchen zum Staat sei in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz „geprägt von einer hohen wechselseitigen Wertschätzung und von Respekt für die jeweiligen Tätigkeitsfelder.“ Dies zeigten auch die laufenden Gespräche zwischen Land und Kirchen, um die Bekenntnisgrundschulen weiter zu entwickeln und zugleich den veränderten demographischen und soziologischen Gegebenheiten gerecht zu werden. Verbesserungsbedarf sieht Woelki beim Religionsunterricht vor allem an Förderschulen. Ein enges Zusammenwirken mit dem Sozialstaat wünscht sich Woelki bei der Caritas. „Weil wir viele menschliche Nöte sehr unmittelbar mitbekommen, fühlen wir uns gedrängt und legitimiert, neben dem wichtigen Zuspruch für jeden Einzelnen auch den nötigen Einspruch und Anspruch an Politik und Gesellschaft zu formulieren.“ Da sich das Diözesangebiet des Erzbistums Köln auf Teile des Landes Nordrhein-Westfalen und des Landes Rheinland-Pfalz erstreckt, haben Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die Chefin der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Jacqueline Kraege, Kardinal Woelki gemeinsam den Eid abgenommen. „Die gemeinsame Feier zur Vereidigung des neuen Kölner Erzbischofs ist ein Zeichen des guten und partnerschaftlichen Verhältnisses zwischen den Ländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und der Kirche,” so Staatssekretärin Jacqueline Kraege. „Daran wollen wir auch in Zukunft festhalten.“ Das Erzbistum Köln ist mit knapp 2,1 Mio. Katholiken das mitgliederstärkste Bistum unter den deutschen Diözesen. Gemäß dem für die Bundesrepu-blik fortgeltenden Staatskirchenvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich ist es erforderlich, dass ein neuer Bischof vor der Besitzergreifung von seiner Diözese im zuständigen Bundesland einen Treueid leistet (Art. 16). „In vielen Bereichen haben Kirche und Staat enge Berührungspunkte, etwa bei der sozialen Fürsorge oder im Bildungsbereich. Ich freue mich deshalb auf viele weitere Begegnungen und Gespräche mit dem neuen Erzbischof von Köln und auf eine gute Zusammenarbeit,“ sagte Ministerpräsidentin Kraft.  Erzbistum Köln | Generalvikariat Stabsabteilung Kommunikation Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Marzellenstr. 32 | 50668 Köln

Kirchenaustritte und Sterbehilfe - Kardinal Marx kommt „schnell auf den Punkt“

Kardinal Marx kommt „schnell auf den Punkt“ 

Kirchenaustritte und Sterbehilfe: Nur zwei der Themen, welche die deutschen Bischöfe bei ihrer Herbstvollversammlung in diesen Tagen in Fulda besprechen. Ein weiteres ist die anstehende Bischofssynode in Rom und die Familienpastoral. Ingo Brüggenjürgen ist Chefredakteur unseres Partnersenders, des Kölner Domradios. Er ist als Beobachter in Fulda dabei. Wir haben ihn gefragt, was die Bischöfe bisher besprachen. „Das ist immer schwierig zu beurteilen, weil wir als Journalisten nicht alles mitbekommen. Es gibt natürlich eine Tagesordnung, und es gibt auch Dinge, die neben der Tagesordnung besprochen werden. Heute zum Beispiel ist ein Studientag, da möchte man sich noch einmal mit der Frage beschäftigen, wie die Christen in der Gemeinde eine Einheit sein können, es geht um das Zueinander der Dienste, um Charismen. Konkret geht es darum, welche Rolle Priester, welche Rolle Laien in der Eucharistie und in der Gemeinde vor Ort ausüben können. Darauf eingestimmt hat heute Morgen die 66 Bischöfe im feierlichen Gottesdienst Kardinal Lehmann.“ Eines der Themen war die Frage der Kirchenaustritte, ist darüber schon öffentlich gesprochen worden?„Ja, ich glaube, dass das schon diskutiert wurde, das ist zumindest schon im Eröffnungsstatement des Vorsitzenden Kardinal Reinhard Marx deutlich geworden. Er hat gesagt, dass man hier Transparenz will. Es gibt auch eine Arbeitsgruppe, welche die Bischöfe in diesen Fragen berät. Man möchte hier Klarheit und Wahrheit und Durchsichtigkeit, denn die Diskussion um das automatisierte Einziehen der Kapitalertragssteuer hat natürlich noch einmal dazu geführt, dass es wieder mehr Kirchenaustritte gibt. Hier möchte man gegensteuern, um deutlich zu machen, dass nichts unter den Teppich gekehrt wird und dass es keine schwarzen Kassen gibt. Gerade in Sachen Finanzen möchte man viel deutlicher noch als vorher deutlich machen, dass verantwortlich mit dem Geld umgegangen wird.“ Es ist die erste Versammlung unter der Leitung von Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzendem der Bischofskonferenz. Kann man im Vergleich zur Vergangenheit Änderungen feststellen, einen Wandel des Stils vielleicht oder der Stimmung?„Ja, das war schon ganz zu Beginn deutlich. Kardinal Marx hat selber zu Beginn auch gesagt, dass für ihn das noch etwas ungewohnt ist. Ich glaube, dass er sich sehr wohl fühlt in dieser Rolle und dass die Bischöfe auch zufrieden mit ihm sind. Es ist heute immer sehr wichtig, dass der Umgang mit den Medien richtig funktioniert, da ist der Münchner Erzbischof natürlich durch und durch Profi. Er kam schon im Eröffnungsstatement immer schnell auf den Punkt. Es ist ein wenig ein Stilwechsel.“ Kann man das noch etwas konkreter machen, hört man etwas von Bischöfen darüber, wie er die Sitzungen leitet?„Das ist schwierig, wir als Journalisten sind immer darauf angewiesen, was durch die Türen sickert. Da hat sich bei mir noch niemand konkret zu geäußert, von daher kann ich das nicht sagen, wir konnten hier als Journalisten nur so eine Art Stimmungswechsel beobachten. Man geht ein wenig lockerer miteinander um und auch die Presse wird sehr intensiv gefüttert und gepflegt, da bemüht man sich, dass die Öffentlichkeit entsprechend bedient wird.“ (rv 24.09.2014 ord)

http://de.radiovaticana.va/news/2014/09/24/d:_kardinal_marx_kommt_%E2%80%9Eschnell_auf_den_punkt%E2%80%9C_/ted-827183

Heute :  Fest des heiligen Franz von Assisi.

Die Kirche begeht an diesem Samstag das Fest des heiligen Franz von Assisi. Vor genau einem Jahr besuchte dazu Papst Franziskus - erster römischer Bischof dieses Namens in der Geschichte - das umbrische Städtchen, in dem der heilige Franz einst wirkte. Franziskus einst und jetzt, von Umbrien zum Vatikan - damit beschäftigt sich dieser Aufsatz von Stefan Kempis, erschienen im Jahrbuch 2013 von Radio Vatikan.Der doppelte FranziskusWarum Franziskus? Es gibt doch schon Benedikt. Von den Ordensgründern, nicht von den Päpsten ist die Rede. „Was ist die Einführung derartiger Neuerungen anderes als ein Vorwurf an das geruhsame und oberflächliche Leben derjenigen, die den alten Orden angehören, auf die sich die Kirche seit altersher gestützt hat?“, notierte 1224 ein Prämonstratenser aus der Nähe von Halle in seiner „Chronik von Lauterberg“: „Man weiß doch, zu welcher Höhe an Heiligkeit es die seligsten Augustinus und Benediktus auf Grund ihrer Lebensweise gebracht haben... Würde man ihren Weisungen die Gefolgschaft nicht verweigern, bräuchte es gewiss keine neuen Orden... Nur schwerlich kann man glauben, dass einer aus dem Orden der Minderen Brüder heiliger werden wird als Augustinus oder Benediktus!“ (Zitiert nach: Franziskus-Quellen, Hg. Dieter Berg und Leonhard Lehmann, Kevelaer 2009, S. 1550. Im Folgenden abgekürzt mit FQ.) Die Franziskaner, diese neue Bewegung der „Minderen“ und Ungewaschenen, saß damals den Benediktinern wie die Laus im Pelz. Umso überraschender, dass sich ausgerechnet in einer Benediktiner-Höhle das vielleicht einzige zeitgenössische Porträt des heiligen Franz von Assisi findet. Julien Green hat dieses Porträt in einer Nische des „Sacro Speco“ von Subiaco in seinem „Bruder Franz“ beschrieben und psychologisch gedeutet: Lächelnd sei die eine Gesichtshälfte des Dargestellten, unbeschwert; ernst hingegen, ja düster die andere, die offenbar erst später hinzugefügt worden sei. Der doppelte Franziskus. Nicht nur ein fröhlicher „Taugenichts“ des Mittelalters also steht da vor uns, sondern auch ein Schmerzensmann. Ob der Maler damals wirklich sein Porträt noch einmal überarbeitet hat, müssen die Kunsthistoriker entscheiden, doch mich läßt Greens Interpretation des „Poverello“ nicht in Ruhe. Darf man das also, unsere Zweifel, unsere heutige Gespaltenheit in ihn hineinlesen? Tun wir es einfach mal, die Quellen geben es ja her. Mitten im berühmten Sonnengesang zum Beispiel, dieser Riß. Gerade noch hieß es „Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde“, und dann schwingt der Ton um: „Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod; ihm kann kein Mensch lebend entrinnen. Weh jenen, die in tödlicher Sünde sterben“ (FQ, S. 41). Gleichmut hört sich anders an: Hier versucht jemand mitten im Schöpfungslied, den plötzlichen Schrecken zu bannen. „Schmerz und Freude erfüllten gleichzeitig sein Inneres“ (FQ, S. 836), bescheinigte ihm Bonaventura, und „unter Heiligen noch heiliger, unter Sündern wie einer von ihnen“ (FQ, S. 249) sei Franziskus gewesen, notierte nur zwei Jahre nach dem Tod des Heiligen oder Sünders sein erster Biograf Thomas von Celano, auch dies Hinweise auf den gespaltenen Franz.Thomas von Celano (ein Name, aus dem Umberto Eco im „Namen der Rose“ vielleicht „Bruder Paulus von Celan“ gemacht hätte) ist unser Kronzeuge. Einmal führt er vor, wie nah ausgelassene Freude und jähe Trauer bei Franz zusammenlagen. „Zuweilen machte er es so: Wenn der Geist in seinem Innern in süßer Melodie aufwallte, gab er ihr in einem französischen Lied Ausdruck, und der Hauch des göttlichen Flüsterns, den sein Ohr heimlich empfangen hatte, brach in einen französischen Jubelgesang aus. Manchmal hob er auch, wie ich mit eigenen Augen gesehen habe, ein Holz vom Boden auf und legte es über seinen linken Arm, nahm dann einen kleinen, mit Faden bespannten Bogen in seine Rechte und führte ihn über das Holz wie über eine Geige. Dazu führte er entsprechende Bewegungen aus und sang in französischer Sprache vom Herrn. Diese ganzen Freudenszenen endeten häufig in Tränen, und der Jubelgesang löste sich in Mitleiden mit dem Leiden Christi. Dann seufzte der Heilige beständig, und sein Stöhnen nahm immer mehr zu...“ (FQ, S. 370). Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt. Armer Franziskus.Nein, natürlich war er kein Moderner. Aber man kann ihn durch unsere moderne Brille ansehen, es funktioniert. Auch im Mittelalter war es schwer, über Bäume zu sprechen oder über Gott, einem Wolf zu predigen oder dem Menschen, der „des Menschen Wolf“ auch damals war, Gedichte zu schreiben (die des Franz gehören zu den ältesten in italienischer Volkssprache) oder Geschichte. Die Pose des Kaufmannssohns, der seinem Vater das letzte Hemd vor die Füße wirft und nackt dasteht, erinnert an James Dean oder Mickey Rourke (von dem es übrigens einen schönen Franziskus-Film gibt, gedreht in einem wie von De Chirico nachgebauten Assisi). Franziskus machte es sich nicht leicht, das verbindet ihn, oder nicht?, mit uns. „Und nachdem mir der Herr Brüder gegeben hatte, zeigte mir niemand, was ich tun sollte“ (FQ, S. 60), schrieb er in seinem Testament, und wir Heutigen hören Ironie heraus; „was mir bitter vorkam“, verwandelte er sich, oder verwandelte der Herr ihm, „in Süßigkeit der Seele und des Leibes“ (FQ, S. 59). „Und wir waren ungebildet und allen untertan“ (FQ, S. 60).Ungebildet? Tatsächlich? Oder kokettiert da nur einer, wie kurz zuvor und ganz woanders die „ungelehrte“ (indocta) Hildegard in Bingen, mit seiner Armut im Geiste? Auch an seinem gestörten Umgang mit Buch und Bildung lässt sich die innere Doppelheit des Franziskus zeigen, liest man einmal die Quellen darauf hin. „Wer den Gipfel der Armut erreichen will“, so zitiert die „Legenda Maior“ des heiligen Bonaventura den Franziskus, „muss nicht nur auf die Klugheit dieser Welt, sondern im gewissen Sinne auch auf wissenschaftliche Kenntnisse verzichten. So soll er, auch dieses Besitzes enteignet, eintreten in die Macht des Herrn und sich nackt in die Arme des Gekreuzigten werfen“ (FQ, S. 727). Nackt und Buch, das passte für ihn offenbar nicht zusammen. Einem Bruder, der ihn um die Erlaubnis bat, ein Psalterium zu besitzen, gab er laut Thomas von Celano Asche statt des gewünschten Buches, und die nicht-bullierte Regel verbot überflüssigen Bücherbesitz (vgl. FQ, S. 72). Einerseits. Andererseits aber brüstete sich Franziskus, er habe sich „schon so viel von der Schrift angeeignet, dass es mir zur Betrachtung und Erwägung vollauf genügt“ (FQ, S. 358), und sein „Offizium vom Leiden des Herrn“ (FQ, S. 17 ff.) besteht dreizehn Seiten lang aus nichts anderem als aufeinandergehäuften Bibelzitaten. „Es gefällt mir, dass du den Brüdern die heilige Theologie vorträgst“, schrieb er dem Bruder Antonius von Padua, einem wortgewaltigen Prediger, „wenn du nur nicht durch dieses Studium den Geist des Gebetes und der Hingabe auslöschst“ (FQ, S. 108). Forscher hielten diesen Brief lange für eine Fälschung, weil der oberste Mindere hier gar nicht so wissenschaftskritisch auftrat wie sonst. Jedenfalls kann einen schon die schiere Menge von Schriften, die aus der Feder des heiligen Franz stammen, und die Vielfalt ihrer literarischen Gattungen (Gebete, Lieder, Regeln, Briefe, Testamente) stutzig machen: 131 Seiten in den „Franziskus-Quellen“. Nicht schlecht für einen, der neben dem Evangelium nichts Schriftliches dulden wollte.Franziskus, der Widersprüchliche. Wer heute die Quellen des 13. Jahrhunderts zur Hand nimmt, der entdeckt in ihnen einen überraschenden Menschen. Auch in seiner letzten Stunde sehen wir ihn nackt. „Wenn ihr seht, dass es mit mir zu Ende geht“ – das sind nach Thomas von Celano seine letzten Worte – „so legt mich nackt auf den Boden und lasst mich, wenn ich verschieden bin, so lange liegen, wie man braucht, um gemächlich eine Meile weit gehen zu können“ (FQ, S. 417). In dieser gemächlichen Meile glaube ich noch einmal den ganz eigenen, originellen Ton des Franziskus zu hören.„4. Oktober 2013: Franziskus kehrt zurück.“ Das behaupteten Plakate, als Franziskus, jetzt meine ich den Papst, im ersten Amtsherbst Assisi besuchte. Als hätte San Francesco seine Brüder nicht immer wieder beschworen, sich bloß nicht zu sehr mit dem Stuhl von Rom einzulassen (O-Ton im Testament: „Ich befehle streng im Gehorsam allen Brüdern, wo sie auch sind, ja nicht zu wagen, irgendeinen Brief bei der römischen Kurie zu erbitten“, FQ, S. 61). Aber dass es Franziskus, den Rebellen und Doppelten, jetzt auch in Papstform gibt, ist eigentlich nur ein weiterer von vielen Widersprüchen – die ihn, gnadenlos und voll der Gnade, hinüberziehen in die Moderne. Am Franz-Porträt wird, wie damals im „Sacro Speco“, immer weitergemalt.(rv 04.10.2014 sk) http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/04/der_doppelte_franziskus/ted-829060

Impulse für eine weiterführende Pastoral im Bereich der Familie

Kardinal Marx: „Papst will weiterführende Impulse“  „Der Heilige Vater hat nicht eingeladen für zwei Synoden, um am Ende zu hören: Wir können eigentlich nur das wiederholen, was wir immer gesagt haben.“ Das hat Kardinal Reinhard Marx an diesem Freitag vor der Presse in Rom unterstrichen. Die Weltbischofssynode wolle durchaus neue Akzente setzen im Feld der Ehe- und Familienpastoral, so der Münchner Erzbischof:„Ich glaube, es ist ein Impuls, er erwartet von uns einen Impuls. Nicht Veränderungen in der Lehre, das ist ja ein anderes Thema – aber er erwartet von uns Impulse, die weiterführend sind, die voranschreiten, die Türen öffnen, die Möglichkeiten aufzeigen, das Evangelium von der Familie noch deutlicher, noch intensiver zu verkünden, auch im Gespräch mit den Menschen. Nicht nur, indem wir uns selber zitieren, sondern indem wir im Gespräch sind mit dem, was Menschen bewegt und was in der Welt so vielfältig da ist, wie wir das in diesen Tagen gehört haben.“Dementsprechend erwarte er sich auch vom Abschlussdokument der Synode „Impulse für eine weiterführende Pastoral im Bereich der Familie“, so Kardinal Marx. „Eine Grundthematik wird bleiben: Wie können wir die Lehre der Kirche und die pastorale Situation zusammen bringen? Wie können wir die Verantwortung der Weltkirche und der Ortskirchen in ein gutes Verhältnis bringen? Das werden Themen sein, die uns in nächsten Monaten weiter beschäftigen.“Die divergierenden Diskussionen der Synodenväter nach Vorstellung des Synoden-Zwischenberichtes hängt Kardinal Marx nicht allzu hoch. Ein „Wille zur Einheit“ unter den Synodalen sei spürbar. Und schließlich liege es in der Natur der „relatio post disceptationem“, dass sie „Dinge vorantreiben“ und „auch in gewisser Weise zuspitzen“ müsse. Dieser Auftrag sei „gut wahrgenommen“ worden, lobte der Kardinal. Auch die „heftigen Diskussionen“ in den Kleingruppen bewertete der deutsche Kurienkardinal als „sehr, sehr positiv“. Fest hielt Kardinal an seiner positiven Überzeugung der Veröffentlichungspraxis während der Synode. Nicht alle Synodenväter waren voll damit einverstanden gewesen. Kardinal Marx wandte sich an die Journalisten:„Es ist gut, dass all das veröffentlicht wird und Sie in gewisser Weise, nicht in jedem Schritt, aber doch teilnehmen können an dem Gespräch, an der Diskussion.“ Insgesamt beschrieb der Kardinal die sich dem Ende neigende Synode als „ereignisreich“, „spannend“ und konstruktiv:„Auf und ab, Erwartungen, Widerspruch… All das haben wir erlebt, wie es eigentlich für eine richtige Synode auch in Ordnung ist. Und deshalb schauen wir auch mit einer gewissen Erwartung auf das, was morgen passiert - wie wir das Abschlussdokument dann auf den Weg bringen können. Sie wissen ja: Hier geht es nicht um einen Abschluss, sondern darum, wie die Spannung gehalten wird bis zur nächsten Synode, wie die Diskussion in den Bistümern, in den jeweiligen Ländern weitergehen wird, wie also dann die Synode in einem synodalen Prozess im Oktober nächsten Jahres dann fortgeführt wird.“ Vom Abschlussdokument erwarte er sich nun einen „konkreten Auftrag“ und „konkrete Aufgaben“ an die Synodalen, ergänzte der Kardinal. „Exklusion ist nicht die Sprache der Kirche“Über die Frage einer möglichen Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion sei man „im Gespräch“, so Marx auf die Frage von Journalisten. Als einen Auslöser dafür nannte Marx Kardinal Kaspers Vortrag beim Konsistorium vom Februar über einen barmherzigen Umgang mit solchen Gläubigen. Bei der laufenden Synode gehe es allerdings nicht um konkrete „Vorschläge“ dazu, präzisierte der Münchner Erzbischof bei der Pressekonferenz am Freitag im Vatikan. Auch wenn in der Deutschen Bischofskonferenz schon vor der Synode „lang und breit“ darüber diskutiert worden sei, merkte er an: „Weil eine große, große Zahl der engagierten Katholiken in unserem Land diese Fragen stellt. Wir können uns als Bischöfe ja nicht unsere Gläubigen aussuchen, sondern sie sind da. Und es geht hier um die engagierten praktizierenden Katholiken. Und das Thema ist in Deutschland ein großes wichtiges Thema, für Menschen, die selbst betroffen sind oder die in ihren Pfarreien die Diskussion haben.“ Darüber hätten die deutschen Bischöfe in einen „größeren Gesprächsprozess“ kommen wollen, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. In Rom sehe er freilich auch, „dass viele anderer Meinung sind“. „Und wie der Papst denkt, kann ich noch nicht sagen, das müssen wir abwarten. Aber er möchte eine Diskussion.“ Marx warnte zugleich vor einer Verengung nur auf dieses Thema. Mit Blick auf „irreguläre Situationen“ im Bereich der Familie – „Situationen, die nicht in das ganz klare Schema der sakramentalen Ehe passen, aber doch nicht ganz ohne Wert sind“ – wünscht sich Marx – und das sei seine „persönliche Überzeugung“ – „eine andere Sprache“ jenseits „von Schwarz und Weiß“ und „Alles oder Nichts“: „Die Situation der Menschen ist schwieriger. Und so interpretiere ich auch den Papst, wenn ich Evangelii gaudium lese. Ich muss es so interpretieren.“In ähnlicher Weise plädierte der Kardinal im Umgang der Kirche mit homosexuellen Paaren für einen differenzierten Blick in Bewertung und Pastoral – unter Berücksichtigung der gültigen kirchlichen Lehre zu diesem Thema.Kein Thema sei „so stark in die jeweilige Kultur und Gesellschaft hinein inkarniert wie das der Ehe, Familie und Sexualität“, gab er auf eine Frage nach den divergierenden Ansichten der Synodenväter zu bedenken. Dementsprechend schwer sei es, hier eine „gemeinsame Sprache“ zu finden, so der Kardinal. Was die Kirche hier versuche, käme einem „soziologischen Abenteuer“ gleich. An Fragen zum kirchlichen Umgang mit Homosexuellen schieden sich laut Marx die Geister der Synodenväter über Kontinente und Ländergrenzen hinweg:„Es ist nicht so, als könnte man sagen, aha, die Afrikaner sehen das so und die Europäer sehen das so innerhalb dieser Gesellschaften. So war es in unserer Arbeitsgruppe, und auch bei den Asiaten – es gibt auch Koalitionen durcheinander, nicht nur einfach nach Kontinenten, sondern auch nach Personen und ihren persönlichen Erfahrungen (im Umgang damit, Anm. d. Red.).“Grundsätzlich hielt der Kardinal fest: „Exklusion ist nicht die Sprache der Kirche.“ (rv 17.10.2014 pr) http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/17/kardinal_marx:_%E2%80%9Epapst_will_weiterf%C3%BChrende_impulse%E2%80%9C/ted-831515Radio Vatikan Deutschsprachige Abteilung P. Bernd Hagenkord SJ (verantw.) I-00120 Città del Vaticano

Gott vergibt - nach seinen Regeln.

In Jesus die Rettung sehen, nicht in menschlichen Vorschriften.  In der Morgenmesse von Papst Franziskus an diesem Freitagmorgen stand ein Dilemma im Mittelpunkt seiner Predigt: der Wunsch Gottes die Menschheit zu retten, und der Mensch, der die Regeln dieser Rettung immer wieder selbst bestimmen wolle. Den Höhepunkt dieses Dilemmas sieht Papst Franziskus am Ende des irdischen Lebens von Jesus Christus. Franziskus vertiefte seine Aussage mit Hilfe des Tagesevangelium, in welchen Jesus seinen Unmut gegenüber dem Volk und den drei Städten Galiläas (Tyrus, Sidon und Kafarnaum) ausdrückte. Denn sie hatten Jesus Botschaft gehört und seine Wunder gesehen, wollten sich aber nicht bekehren. In dieser Ablehnung sieht Papst Franziskus die gesamte „Geschichte der Rettung von Jesus“ und die Verweigerung der Menschen:„Es ist genau diese führende und oberste Klasse, die die Türen zur Rettung Gottes, schließen. Und so können wir auch diese kräftige Wortwahl von Jesus verstehen, die er für die oberste Schicht seiner Zeit nutzte: sie stritten mit ihm, stellten ihn auf die Probe und stellten ihm Fallen um zu sehen. Es ist der Widerstand gegen die Rettung. Jesus sagte ihnen: ‚Aber ich verstehe euch nicht. Ihr seid wie Kinder, wir spielten für euch die Flöte und ihr habt nicht dazu getanzt. Was wollt ihr denn?‘ ‚Wir wollen die Rettung auf unsere Art und Weise!‘. Das ist immer wieder der Widerstand und auch das Ende für Gottes Weg.“ Für Papst Franziskus zeige das Tagesevangelium den Unterschied zwischen einem „gläubigen Volk“ und dem Volk, das verstehe und die Rettung von Jesus Christus akzeptiere. „Sie glauben weder an Barmherzigkeit noch an die Vergebung: Sie glauben an ihre Regeln an ein gut funktionierendes System. Das ist das Drama des Widerstandes gegen die Rettung. Auch wir, jeder von uns trägt dieses Drama in sich. Es würde uns gut tun, uns selbst zu fragen: Wie möchte ich gerettet werden? Auf meine Art und Weise? Auf eine spirituelle Art und Weise, die gut ist und mir gut tut, die nicht riskant ist? Oder auf eine göttliche Art und Weise, auf den Straßen von Jesus, der uns immer überrascht und uns immer die Türen öffnet zu dem Geheimnis des allmächtigen Gottes, der uns vergibt?“ Papst Franziskus appellierte am Ende seiner Predigt an die Gläubigen über dieses Problem zu reflektieren und darüber nachzudenken, ob wir nicht eine zufällige „autonome Freiheit“ mit der bewussten Wahl der Rettung verwechseln würden und ob wir selbst der Rettung von Gott Widerstand leisten würden.(rv 03.10.2014 no)

http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/03/papstmesse:_in_jesus_die_rettung_sehen,_nicht_in_menschlichen/ted-828903

feed-image RSS
 
 

 

 

©2014 - handwerkernachrichten.com®