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Auszubildende wieder mit tollen Leistungen – trotz Corona -
Der alte Wagen, der ideale Hintergrund für ein Foto mit Johannes Rabus (rechts), dem frischgebackenen Schreinergesellen, denn Wagner wäre auch ein Beruf für ihn gewesen. Zu seiner herausragenden Abschlussprüfung gratuliert hier Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaften Memmingen-Mindelheim und Kempten.- Corona macht es nach wie vor notwendig, dass wir mit Einschränkungen leben müssen, insbesondere, was größere Feierlichkeiten betrifft. So kann leider auch die traditionelle gemeinsame Herbst-Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaften Memmingen-Mindelheim und Kempten nicht stattfinden. 234 junge Männer und Frauen hätten jetzt „normalerweise“ im festlichen Rahmen einer offiziellen Freisprechung ihre Abschlusszeugnisse überreicht bekommen. Im Beisein ihrer Familie und Freunde sowie prominenter Vertreter aus Politik und Wirtschaft wäre ihre Leistung gebührend gewürdigt und auch gefeiert worden.

Damit fiel auch die besondere Ehrung der 17 Prüflinge, die ihre Berufsausbildung mit großem Erfolg und hervorragenden Leistungen abgeschlossen haben, auf der Bühne der Stadthalle in Memmingen Corona zum Opfer. Die Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim, Enrico Karrer, und der Kreishandwerkerschaft Kempten, Josef Sigel, bedauern zutiefst, dass es ihnen nicht möglich war, die Junggesellen offiziell freizusprechen und ihnen die Gesellenbriefe persönlich zu überreichen.

Enrico Karrer hätte damit auch die Gelegenheit gehabt, sich erstmals nach seiner Wahl in dieses Amt einem größeren Kreis öffentlich vorzustellen. Doch die zum Gesundheitsschutz der Teilnehmer erforderlichen Hygieneauflagen waren leider nicht umzusetzen, erläutert Karrer, betont aber: „Der Schritt in den Gesellenstand und die großartigen Leistungen sind ohne Feier nicht weniger wert!“

Unter den Besten tat sich dieses Mal auch ein Allerbester hervor: Johannes Rabus (Ausbildungsbetrieb Schreinerei Josef Wagner GmbH, Woringen)  erzielte mit 95,2 Punkten in der praktischen Prüfung und 98,6 Punkten in der Theorie zweimal die Note 1. Ein solches Ergebnis wird nicht alle Jahre erzielt, betont Gottfried Voigt, Geschäftsführer der beiden Kreishandwerkerschaften.

Wie erzielt man unter den coronabedingten Einschränkungen solch gute Leistungen, fragten wir Johannes Rabus. Schließlich hat Corona auch in der Ausbildung vieles verändert, gerade in der wichtigen Phase der Prüfungsvorbereitung. Anstelle von Präsenzunterricht musste der theoretische Stoff digital vermittelt und erarbeitet werden. Alleine schon technische Probleme, z. B., dass die Verbindung schlecht war oder sogar plötzlich abbrach, stellten mehrere Auszubildende vor Probleme, berichtet Johannes Rabus. Doch die Auszubildenden meisterten auch diese Herausforderung. Sie hielten zusammen und tauschten in einer WhatsApp-Gruppe Infos aus.

Der Kemptener Kreishandwerksmeister Josef Sigel sieht genau in der Art und Weise, wie die Junggesellen/-innen die Prüfungen gemeistert haben, neue Chancen. Die jungen Leute hätten rasch und flexibel auf die Situation reagiert und das Beste daraus gemacht, lobt Sigel. Auch das Handwerk wurde durch Corona gezwungen, neue Wege zu gehen, sieht Sigel auch einen positiven Aspekt. Was Sigel besonders imponiert, ist „die Begeisterung für das Handwerk“, die dadurch deutlich wurde.

Natürlich hoffen beide Kreishandwerksmeister und Voigt, dass im Frühjahr 2021 wieder eine öffentliche Freisprechungsfeier möglich wird. Eine Freisprechungsfeier ist in jungen Jahren ein tolles Erlebnis, sind sich alle einig, vor allem aber ein Erlebnis, das man nie vergisst und  in der Erinnerung einen großen Stellenwert einnimmt.

Dass Johannes Rabus nicht nur fachlich hervorragend ist, sondern auch menschlich „super gut“, bestätigt auch sein Ausbildungsbetrieb. Rabus habe bereits mit einer guten Abiturleistung seine Ausbildung begonnen und immer sehr zielstrebig gelernt. Dazu komme, dass er auch gute praktische Fähigkeiten habe. Sehr gerne hätte ihn die Schreiner Wagner in Woringen behalten, doch man hat auch Verständnis, dass Rabus nach seiner Ausbildung in einem anderen Betrieb Erfahrungen sammeln will.

Rabus schätzt an seiner Ausbildung vor allem, dass er dort das ganze Spektrum und die vielfältigen Möglichkeiten des Schreiner-Handwerks kennenlernen konnte, auch die Fähigkeiten, die ein „Wagner“ benötigt, ein Beruf, der ihm auch gefallen hätte, der jedoch nicht mehr ausgebildet wird. So ganz ist Rabus sich bezüglich seines weiteren Berufswegs auch noch nicht sicher. Nächste Ziel ist erst einmal der Meister.

Wie es dann weitergeht, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall möchte er kreativ, individuell arbeiten, noch wirklich „handwerklich“. Dazu gehört für ihn auch mit Vollholz zu arbeiten. Vielleicht verwirklicht er seine Ideen dann einmal im elterlichen Betrieb in Memmingen-Buxach, der schon seit Generationen in Familienbesetz ist.

Auch wenn die Ehrung  auf der Bühne entfällt, wenigstens diese Tradition wollen die beiden Kreishandwerkerschaften auch in Corona-Zeiten beibehalten: Den jungen Handwerker/-innen mit Top-Leistungen auf diesem Weg zu gratulieren. Es sind dies (in Klammer der Ausbildungsbetrieb):

Aus dem Bereich der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim

Bäcker:

Florian Thiel (Bäckerei Blaschke, Memmingen)

Elektroniker, Fachrichtung Energie u. Gebäudetechnik:

Timo Worischek (Elektro BEHO, Memmingen)

Fahrzeuglackierer:

Patrick Auer (Ruf Automobile GmbH, Pfaffenhausen)

Schreiner:

Johannes Rabus (Schreinerei Josef Wagner GmbH, Woringen)

Zimmerer:

Christoph Zinth (Zimmerei Peter Rehklau, Lauben)

Marcel Endres (Firma Zettler GmbH, Memmingen)

Paul Dressendörfer (Bau-Fritz GmbH & Co. KG, Erkheim

Mechatroniker/-in für Land- und Baumaschinen:

Isabell Waizenegger (Firma Claas Württemberg GmbH, Erkheim)

Florian Eißeler (Hubert Schmid Recycling und Umweltschutz GmbH, Marktoberdorf)

Michael Mayr (BayWa AG, Oy-Mittelberg)

Aus dem Bereich der Kreishandwerkerschaft Kempten

Bäckereifachverkäuferin:

Leonie Schuster (Bäckerei Reitberger, Betzigau)

Maurer:

Holger Wegner (Fa. Lederle Bau e.K., Wiggensbach)

 

Elektroniker, Fachrichtung Energie u. Gebäudetechnik:

René Ruber (element GmbH, Dietmannsried)
 

Fleischereifachverkäuferin:

Daniela Klaus (Metzgerei Haslacher, Nesselwang)

Friseurin:

Kathrin Hörmann (Höpfer & Filser GmbH "bei Freunden", Kempten)

Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik:

Daniel Müller (Schlosserei G. Müller GmbH, Burgberg)

Klempner:

Markus Kalchschmid (Spenglerei Kalchschmid GmbH, Waltenhofen)

 

Foto: prb/Lilo Brückner

 

Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim
Weinmarkt 15
87700 Memmingen

 

 

 


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