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Schlaglicht

Lesen Sie hier Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen des Tages aus Handwerk, Wirtschaft, Politik, Sport und Gesellschaft.

Kommission konsultiert Rahmen für europaweiten Mindestlohn. Markus Ferber beklagt Einmischung in Tarifautonomie - mehr Schaden als Nutzen. „Gute Arbeit muss auch fair bezahlt werden – daran besteht kein Zweifel. Europäische Gleichmacherei beim Mindestlohn schadet aber mehr als sie hilft“, kommentiert der CSU-Europaabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Wirtschafts- und Währungsausschuss die heute von der Europäischen Kommission initiierte Konsultation zu einem europäischen Mindestlohn. „Anstatt mit der Harmonisierungskeule zu kommen, sollte die Europäische Kommission lieber darauf drängen, dass diejenigen Mitgliedstaaten, die noch keinen Mindestlohn haben, ein passgenaues nationales Regime verabschieden“, so Ferber. -  Nationale Faktoren berücksichtigen:
„Was ein fairer Lohn ist, hängt jedoch sehr stark vom jeweiligen Kontext ab.

Bundesregierung muss Minijobs abschaffen oder starre 450-€-Grenze aufgeben -  Zum 1.1.2020 steigen die Tariflöhne in der Gebäudereinigung. In den meisten Bundesländern liegt der allgemeinverbindliche Branchenmindestlohn dann bei 10,80 €. Dagegen wurde die starre 450-€-Grenze seit 1.1.2013 nicht mehr an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst. Mehr als 100.000 Beschäftigte in der Gebäudereinigung arbeiten an genau dieser Schwelle. Das bedeutet, dass die Unternehmen zu Jahresbeginn all diese Arbeitsverträge anpassen müssen. Und die Beschäftigten bekommen ab 2020 nicht mehr Netto, sondern 15 Minuten mehr Freizeit pro Woche.
Hierzu erklärt Thomas Dietrich, Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks: „Auch zu diesem Jahresbeginn wiederholt sich die absurde Situation, dass eigentlich gute Meldungen von steigenden Tariflöhnen zu schlechten Nachrichten werden – für Betriebe und Beschäftigte: Die Bundesregierung macht arbeitnehmerschädigende Politik, weil sie den Beschäftigten zwar ein paar Minuten mehr Freizeit schenkt, sie aber von Tariflohnsteigerungen abschneidet. Von mehr Freizeit lässt sich keine Miete und kein Supermarkteinkauf bezahlen. Die starre 450-€-Grenze ist unsozial, denn sie macht aus Tariflohnerhöhungen finanzielle Einbußen der Beschäftigten.

Papst : Offenheit für „überraschende Logik Gottes“ - Unseren Blick zu weiten für die „überraschende Logik Gottes“ – dazu hat der Papst bei seinem Angelus-Gebet an diesem Sonntag ermutigt. Am vierten Adventssonntag sprach er über Joseph, den irdischen Vater Jesu und Beschützer Mariens, der sich in einer schwierigen und unerklärlichen Lage rechtschaffen und gläubig zeigte. Joseph sei zusammen mit Johannes dem Täufer und Maria eine der Figuren, die uns die Liturgie für die Zeit des Advents vorschlägt, so Franziskus, der vom 1. Kapitel des Matthäus-Evangeliums ausging (18-24). Von allen dreien sei Joseph der bescheidenste und stehe scheinbar im Hintergrund. Und doch sei in der Haltung dieser Figur „die ganze christliche Weisheit enthalten“, hielt der Papst fest. Joseph sei „einer, der nicht predigt und nicht spricht, sondern versucht, den Willen Gottes zu tun“, und zwar „im Stil des Evangeliums und der Seligpreisungen“. Franziskus: „,Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.‘ (Mt 5,3). Und Joseph ist arm, weil er vom Wesentlichen lebt; es ist eine Armut, die typisch ist für diejenigen, die sich bewusst sind, dass sie in allem von Gott abhängig sind und ihr ganzes Vertrauen auf ihn setzen.“

Papst Franziskus zum Welttag des Friedens am 1. Januar 2020 : Anlässlich des 53. Welttags des Friedens am 1. Januar 2020 fordert Papst Franziskus weltweit verstärkte Friedensbemühungen. In seiner Botschaft beschreibt er den Frieden als Weg der Hoffnung. Frieden müsse in allen Dimensionen des Lebens – in Staat und Gesellschaft, Gemeinschaften und persönlichem Leben – gesucht werden. Dabei seien gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung, das Eintreten für eine sozial gerechte Welt und Bemühungen um die Bewahrung der Schöpfung aufs Engste miteinander verbunden. Eine Voraussetzung aller Anstrengungen bestehe darin, „an die Möglichkeit des Friedens zu glauben, zu glauben, dass der andere ebenso wie wir Frieden braucht“. Die Botschaft zum Welttag des Friedens ist mit den Worten „Der Frieden als Weg der Hoffnung: Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr“ überschrieben. Dabei geht er auf aktuelle Erfahrungen von Unsicherheit, Angst und Gewalt ein. Sie gründeten in gegenseitigem Misstrauen – und schienen dennoch mancherorts für politische Stabilität sorgen zu können. Stabilität aber, die auf Angst und Misstrauen gründet, erhöhe letztlich immer das „Risiko der Gewalt“. Dies gelte für die Beziehungen der Menschen untereinander, wenn sie vom „Verlangen nach Besitz“ und dem „Willen zu Vorherrschaft“ geleitet seien, ebenso wie für politische Beziehungen. Deshalb könne „auch die nukleare Abschreckung nur eine trügerische Sicherheit herstellen“. 

Über die Innovationskraft des Handwerks - Die Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM) sprach kurz vor Weihnachten mit Hans Peter Wollseifer, dem Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) darüber, wie Innovationen und Digitalisierung das Handwerk bewegen und wie sich das auf der kommenden Internationalen Handwerksmesse vom 11. bis 15. März 2020 in München darstellt. Im Interview erklärt Wollseifer, warum die Messe von zentraler Bedeutung ist und welchen Wandel das Handwerk gerade durchlebt. - Herr Wollseifer, das Handwerk hat in den letzten Jahren eine beachtliche Entwicklung durchlebt. In welchen Bereichen des Handwerks erwarten Sie in Zukunft weitere, große Umbrüche? - 

Die große Stärke des Handwerks ist seit jeher seine Wandlungsfähigkeit. Ausgestattet mit beachtlichem, über Jahrhunderte angewachsenem handwerklichen Können und Fachwissen hat das Handwerk es stets vermocht, auf dieser tradierten Basis Neues und Innovatives zu entwickeln, technologische Veränderungen aufzunehmen und für das eigene Gewerk nutzbar zu machen. Handwerker fertigen für Kunden in enger Abstimmung passgenaue Lösungen. Sie greifen dabei auf ihr umfangreiches Fachwissen zurück und verfeinern für ein besseres Ergebnis fortlaufend bestehende Verfahren, bringen neue Materialien und Technologien zum Einsatz und erstellen im Ergebnis neue Produkte.

Alle wichtigen gesellschaftlichen Zukunftsprojekte werden ohne das Handwerk nicht zu verwirklichen sein – sei es der Wohnungsbau, die Energiewende, die Mobilitätswende oder Smart Living. Dabei geht es dem Handwerk nicht anders als anderen Wirtschaftsbereichen: Die größten Umwälzungen bringt – absehbar auch in den kommenden Jahren – die Digitalisierung. Dadurch verändern sich ganze Berufsbilder, es entstehen sogar neue Berufe. Ohne digitale Technik wird in Zukunft kein Gewerk mehr auskommen. Wir haben diese Umbrüche fest im Blick und unterstützen unsere Betriebe v.a. über das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk bei den Umstellungen, die nicht nur die Arbeitsgeräte und –prozesse betreffen werden, sondern auch die Art des Zusammenarbeitens. Dank digitaler Hilfsmittel, aber auch durch gemeinsam genutzte Arbeitsorte werden Handwerker zukünftig noch stärker gewerkeübergreifend zusammenarbeiten.

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